PsychiATRIUM 2020: Reagila® bereichert die Schizophrenie-Therapie in Klinik und Praxis

Vom 26.–27. Juni 2020 diskutierten im Rahmen der interaktiven Fortbildungsveranstaltung „PsychiATRIUM“ rund 100 Experten aus Klinik, PIA*Psychiatrische Institutsambulanz und Praxis vor Ort in Berlin und online teilnehmend neue Behandlungskonzepte der Schizophrenie.

Die von Recordati Pharma ausgerichtete Veranstaltung umfasste Impulsvorträge, Fallbeispiele und die Diskussion praktischer Herausforderungen bei der Therapie dieses komplexen Krankheitsbildes. Von besonderem Interesse waren dabei die gesammelten Erfahrungen und der Austausch unter den Vortragenden und den Veranstaltungsteilnehmern im Hinblick auf die Anwendungsmöglichkeiten von Reagila® (Cariprazin) bei verschiedenen Symptomausprägungen der Schizophrenie. „Es zeigt sich unter Cariprazin eine gute Kontrolle akuter Symptomatiken und eine spezifische Wirksamkeit auf die Negativsymptomatik, die eine der großen Herausforderungen in der Langzeitbehandlung der Schizophrenie darstellt“, betonte Prof. Dr. med. Hans-Peter Volz, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck.

Reagila® bietet Vorteile in der Akut- und Langzeitbehandlung

Bei der Behandlung akuter Symptome hat Reagila® in drei sechswöchigen, randomisierten, placebokontrollierten Studien gute Wirksamkeit und eine Überlegenheit gegenüber Placebo bewiesen.1Durgam S et al. Schizophr Res. 2014; 152:450–4572Durgam S et al. J Clin Psychiatry. 2015; 76:1574–15823Kane JM et al. J Clin Psychopharmacol. 2015; 35:367–373 Doch bei akuten Psychosen stehen auch viele andere Substanzen zur Verfügung und die Frage, welchen Pfeil der Therapeut aus dem Köcher zieht, ist im Klinikalltag nicht immer einfach zu beantworten. Bei den Gründen, die für einen Einsatz von Reagila® sprechen, waren sich die Experten einig: Neben der nachgewiesenen Wirksamkeit überzeugt sie das Sicherheitsprofil ohne schwerwiegende QT- oder auffällige metabolische Veränderungen sowie ohne Auswirkungen auf den Prolaktinspiegel und nur geringem Einfluss auf die Gewichtszunahme oder sexuelle Funktionsstörungen. 4Fachinformation Reagila® (Stand: Dezember 2017) 5Leucht S, Davis JM. Lancet. 2017; 389:1077–1078 6Earley W et al. Int Clin Psychopharmacol. 2017; 32(6):319–328 7Citrome L. Neuropsychiatr Dis Treat. 2018; 14:2563–2577 8Németh G et al. Lancet. 2017; 389:1103–1113 Zudem liegen die kognitionsbedingten Nebenwirkungen unter Reagila® auf Placeboniveau.9Marder S. ECNP poster nr. P.3.d.036., 2016

Noch während der Akutkontrolle empfiehlt es sich, das langfristige Bild im Auge zu behalten, bei dem häufig zunehmend die Negativsymptomatik persistiert.10Earley W et al. Schizophr Res. 2019; 204:282–288 Durch den frühen Einsatz von Reagila® kann unter Umständen ein späterer Antipsychotikawechsel vermieden werden.11Ganguly R. J Clin Psychiatry. 2004; 65(10):1377–1388 Die lange Halbwertszeit von Reagila® verbessert zudem die Adhärenz und führt zu weniger Problemen, wenn die Medikation über einige Tage nicht eingenommen wird.12Nakamura T et al. Drug Design Develop Ther. 2016; 10:327–33813Scarff J. Ther Adv Psychopharmacol. 2017; 7(11): 237–239 In der Behandlung von Patienten mit überwiegender Negativsymptomatik hat sich Reagila® in einer doppelblinden Head-to-Head-Studie über 26 Wochen versus Risperidon als überlegen wirksam erwiesen.8Németh G et al. Lancet. 2017; 389:1103–1113 Neben signifikant höheren Responderraten zeigte sich in der Studie auch ein signifikant besseres Funktionsniveau ab Woche 10, was zu mehr Aktivitäten des täglichen Lebens führte. Dieser Effekt lässt sich in die Praxis übertragen: „Die Patienten profitieren von der Steigerung ihrer sozialen Kompetenzen“, hob Prof. Volz hervor.

Selektive Partialagonisten wie Reagila® gewinnen zunehmend an Bedeutung

Diese besondere Wirksamkeit bei verschiedenen Symptomausprägungen in der Akut- und Langzeitbehandlung der Schizophrenie erklärt sich durch das einzigartige Rezeptorprofil von Reagila®. Dr. med. Thomas Aubel, stellvertretender Direktor und leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Suchtmedizin der Kliniken Essen-Mitte beleuchtete die pharmakologischen Unterschiede der Antipsychotika, auf deren Basis eine neue Nomenklatur vorgenommen werden kann. Weg von der Unterscheidung nach ihrer chemischen Struktur und Einteilung in typische und atypische Antipsychotika, sollten diese nach neuer Nomenklatur basierend auf ihrer Wirkweise am Rezeptor eingeteilt werden (NbN: Neuroscience-based Nomenclature).14Ghaemi SN. J Clin Psychopharmacol. 2015; 35(4):428–433 Hierbei nehmen Partialagonisten wie Reagila® eine Sonderstellung ein.

„Partialagonisten dieser Art werden künftig weiter an Bedeutung gewinnen“, erläuterte Dr. Aubel. „Rezeptorspezifische Wirkstoffe, wie der partielle Dopaminrezeptoragonist Cariprazin, sind als eigene Subgruppe anzusehen und nehmen, insbesondere aufgrund ihrer Wirksamkeit bei negativen und kognitiven Symptomen, eine Sonderstellung unter den Antipsychotika ein.“ Die hohe Affinität von Reagila® als Partialagonist am D2-Rezeptor ermöglicht dessen antipsychotische Wirkung, während der starke Effekt auf die Negativsymptomatik primär über die Wirkung am D3-Dopaminrezeptor vermittelt wird. Reagila® weist als einziges Antipsychotikum eine höhere Affinität für den D3-Rezeptor auf, als Dopamin selbst.15Stahl S. CNS Spectrums. 2017; 22:375–384

Die Referenten waren sich zum Abschluss des PsychiATRIUM 2020 einig, dass Reagila® das Potenzial besitzt, die Therapielandschaft der Schizophrenie nachhaltig zu prägen. Die gesammelten praktischen Erfahrungen zeigen, dass das innovative Antipsychotikum eine wirksame und verträgliche Behandlungsoption darstellt, die vielen Betroffenen neue Hoffnung schenkt.